Osteoporose

Die Osteoporose wird auch als Knochenschwund bezeichnet. Sie ist die am häufigsten auftretende Knochenerkrankung. Ursache für die Veränderung des Skelettsystems ist die Abnahme der Knochenmasse. Die Knochen werden schwach und brüchig, starke Knochenschmerzen treten auf. Mit zunehmendem Alter verschlimmert sich die Erkrankung. Am häufigsten betroffen sind Frauen nach den Wechseljahren. Männern macht das Leiden meist erst jenseits des 70. Lebensjahres zu schaffen. In Deutschland geht man davon aus, dass jeder zehnte an Knochenschwund erkrankt ist.

Formen der Osteoporose

Medizinisch werden verschiedene Formen der Osteoporose unterschieden. Am häufigsten tritt die so genannte primäre Osteoporose auf, bei der - je nach Erkrankungszeitpunkt - in die postklimakterische (nach den Wechseljahren) und in die Altersosteoporose unterschieden wird.

Die sekundäre Osteoporose kommt auch in jüngeren Jahren vor. Ihr liegen Erkrankungen mit Störungen des Hormonhaushalts oder des Stoffwechsels zu Grunde. Zu denken ist hier an Diabetes mellitus, rheumatische Erkrankungen oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Allgemein begünstigen auch bestimmte Medikamente, wie lang eingenommene Kortisonpräparate und unmäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum, die Entstehung des Knochenschwunds. Zu einer Verschlimmerung der Osteoporose können auch Leber-, Nieren- und Herzerkrankungen führen.

Ursachen

Das Skelettsystem ist kein statisches Gebilde, sondern in den Knochen finden ständig Auf- und Abbauprozesse statt, die von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Bei der Osteoporose besteht – ganz allgemein gesehen – ein Missverhältnis zwischen diesen beiden Prozessen.

Zu den natürlichen Abbauvorgängen zählt der altersbedingte Knochenabbau, der ungefähr ab dem 40. Lebensjahr beginnt. Dabei verlieren Frauen bis zu ein Drittel ihrer Knochenmasse, Männer etwas weniger. Entscheidend für die Stabilität des Knochengerüstes im Alter ist es daher unter anderem, wie stabil die Knochen waren, als der Abbau begann. Ein weiterer Faktor ist die Schnelligkeit des Abbaus.

Daneben gibt es noch Gründe, die sich negativ auf den Knochenaufbau auswirken. Hierzu zählen: genetische Ursachen, Bewegungsmangel, ungenügende Versorgung mit dem Mineralstoff Kalzium oder Vitamin D sowie Östrogenmangel. Dieser Hormonmangel tritt beispielsweise bei Frauen in den Wechseljahren auf, wenn die Eierstöcke ihre Produktion einstellen. Bei Männern entwickelt sich die Abnahme der Sexualhormone etwas schleichender, wodurch sie oft erst später von der Osteoporose betroffen sind.

Symptome

Häufig verläuft die Erkrankung zunächst symptomlos. Die Körpergröße nimmt jedoch allmählich ab. Mit der Zeit beugt sich die Brustwirbelsäule nach vorne und die Betroffenen entwickeln eine nach vorne geneigte Haltung. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Kyphose oder einem Witwenbuckel. Die Rückenschmerzen können durch die Verformung sehr heftig sein.

Charakteristischerweise sind vom Knochenschwund am meisten die Hüftknochen, die Wirbelsäule und die Handgelenke betroffen. Diese Knochenstrukturen werden porös und besonders anfällig für Frakturen (= Knochenbrüche). Kommt es zu Kompressionsbrüchen der Wirbelsäule, so können benachbarte Nerven zusammengedrückt werden. Auch dies führt zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Diagnose

Die Diagnose ist im Anfangsstadium der Erkrankung nur schwer zu stellen. Die etwas weiter fortgeschrittene Erkrankung kann durch Röntgenaufnahmen und eine Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) meist gut erkannt werden. Viele Hinweise auf die Erkrankung ergeben sich auch aufgrund des Patientengesprächs. Hier sind Vorerkrankungen, eventuelle Stürze und Brüche sowie Osteoporoseerkrankungen in der Familie wichtig.

Behandlung

Die Therapie zielt darauf ab, einen weiteren Verlust der Knochenmasse zu verhindern. Dazu steht eine Reihe von Präparaten zur Verfügung.

Die Knochenbrüche, die Knochenschmerzen und eventuell auftretende Komplikationen müssen ausreichend versorgt werden.

Die beste Waffe gegen die Osteoporose ist die Vorbeugung. Mit kalziumreicher und phosphatarmer Ernährung, regelmäßigem Sport und gemäßigtem Alkoholkonsum sowie dem Verzicht auf Tabak kann die Erkrankung verhindert oder sogar verzögert werden.