Gelbfieberimpfung

Seit 28.06.2000 hat Herr Dr. Mayer vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit die Genehmigung zur Betreibung einer international anerkannten Gelbfieberimpfstelle.
Die aktuellen internationalen Reisebestimmungen bezüglich der Gelbfieberimpfung können unter http://www.who.int/ith/countries/vaccination/en/index.html
abgefragt werden.

Die Kosten für eine alleinige Gelbfieber - Impfberatung und Impfung betragen derzeit:
Gelbfieber (Stamaril®) 1 Impfung 52,28 EUR ( Stand:01.10.2009)
Der Impfschutz wird in einem internationalen Impfausweis gemäß WHO dokumentiert.
Das amtliche Gelbfieber – Impfzeugnis ist gültig ab dem 10. Tag nach der Impfung und gilt dann für einen Zeitraum von 10 Jahren.
Bei Impfunverträglichkeit oder persönlich bedingtem erhöhten Risiko für eine Gelbfieberimpfung kann eine Impfbefreiung (Excemption Certificate) ausgestellt werden, dies ist in einem persönlichen Beratungsgespräch zu klären. Allerdings wird diese Impfbefreiung nicht von allen Staaten anerkannt, vorherige Abklärung ist unbedingt erforderlich
Geschichtliche Daten zu Gelbfieber und Gelbfieberimpfung
Der kubanische Arzt Carlos Juan Finlay entdeckte 1881 die Stechmücke Aedes aegyptii als Überträger des Gelbfiebers. Während der Herrschaft Napoleons wurde versucht, in Haiti die Sklaverei wieder einzuführen. Dazu wurde eine Expeditionsarmee von mindestens 25.000 Mann nach Haiti geschickt. Dabei starben so viele Soldaten an Gelbfieber, dass die Franzosen 1803 abziehen mussten und Haiti 1804 unabhängig wurde.
Eine weitere Episode in Zusammenhang mit Gelbfieber ist der Bau des Panamakanals. Der Bau wurde unter Führung des französischen Ingenieurs Ferdinand de Lesseps, der schon den Suezkanal erfolgreich gebaut hatte, zunächst abgebrochen und dann von amerikanischer Seite fortgesetzt. Dabei kamen besonders Arbeiter aus Afrika zum Einsatz, weil man annahm, diese seien bereits immun. Man schätzt, dass etwa auf jeden Meter Panamakanal ein toter Arbeiter kommt. De Lesseps musste den Bau daraufhin einstellen. Erst die USA konnten den Kanalbau vollenden. Um die Mückenlarven zu töten, wandten die USA die Erkenntnisse aus Kuba während des Spanisch-Amerikanischen Krieges (1898) an und leerten konsequent alle Wassergefäße. Außerdem wurde in sämtliche stehenden Gewässer Petroleum gegossen, um das Wachstum der Larven zu verhindern. Die Gelbfiebererkrankung gab es ursprünglich nur in Südamerika. Später breitete sich die Erkrankung nach Afrika aus. Obwohl auch in Ländern Asiens die Überträgermücke vorkommt, hat sich die Erkrankung bisher nicht bis nach Asien ausbreiten können.
Den Gelbfieberimpfstoff gibt es seit 1937. Er wurde von dem südafrikanischen Mikrobiologen Max Theiler (1899–1972) am Rockefeller-Institut nach Versuchen an Affen und Mäusen entwickelt. Für diese Leistung erhielt er 1951 den Nobelpreis für Medizin.
Derzeit wird an einem Nachfolgerimpfstoff intensiv geforscht.
Was ist Gelbfieber und wo tritt diese Erkrankung auf ?
Gelbfieber ist eine durch den Stich der Gelbfiebermücke übertragene lebensbedrohliche Tropenerkrankung. Die Krankheit kommt in den tropischen Regionen von Afrika und Südamerika vor und wird durch das Gelbfieber-Virus verursacht. In Asien gibt es keine Gelbfiebererkrankungen.Das Virus benutzt Affen als „Zwischenwirte“, von denen es durch die Gelbfiebermücke auf den Menschen übertragen wird. (Buschgelbfieber) Das urbane Gelbfieber wird durch Brutstätten für Gelbfiebermücken in den Städten (Wassertonnen, Autoreifen, Regenpfützen in Senken) begünstigt. Jährlich erkranken derzeit weltweit etwa 200.000 Menschen an Gelbfieber, es sterben etwa 30.000 dieser Menschen an den Folgen der Erkrankung (90% davon in Afrika). In Südamerika gibt es derzeit eine zunehmende Anzahl an Gelbfieberinfektionen, insbesondere in Brasilien, Bolivien und Paraguay.
Wie verläuft die Erkrankung ?
Die Infektion äußert sich zunächst in einem Fieberschub begleitet von Kopfweh, Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Übelkeit. Die Krankheit kann nach diesem Stadium ohne bleibende Schäden ausheilen. Bei etwa 20 % der Patienten kommt es zu einer zweiten Krankheitsphase. Dabei kommt es zur Gelbsucht infolge einer Leberschädigung durch das Virus. Durch Blutungen im Magendarmtrakt kann es zu Erbrechen von magensäureversetztem Blut kommen. In Südamerika wird die Krankheit aufgrund dieser Symptome "Vomito negro" (Schwarzes Erbrechen) genannt. Im weiteren Verlauf zeigt die zunehmende Gelbfärbung der Haut verbunden mit einer starken Blutungsneigung aller Schleimhäute ein fortschreitendes Leberversagen an. Diese Krankheitsphase endet bei über der Hälfte der Erkrankten tödlich. Es sterben dabei insgesamt etwa 20 % aller Gelbfieberinfizierten. Wird die Infektion überlebt, besteht lebenslange Immunität.
Wie kann ich mich schützen ?
Bei Reisen in Gebiete des Gelbfiebergürtels wird dringend eine Impfung angeraten. Der Impfschutz beginnt 10 Tage nach der Impfung und hält für mindestens 10 Jahre , wahrscheinlich sehr viel länger an. Allerdings ist das Impfzertifikat nur 10 Jahre lang gültig. Eine einmalige Verabreichung des Impfstoffes unter die Haut ist ausreichend. Als Impffolge kommt es bei etwa 3 – 7 % aller Geimpften am 5. bis 8. Tag nach der Impfung zu grippeartigen Symptomen.
In den vergangenen Jahren wurde aus den USA, Brasilien und Spanien über wenige Fälle schwerer Impfkomplikationen mit Todesfolge berichtet. Dies betraf überwiegend immungeschwächte Patienten (z.B. HIV-Erkrankte) oder ältere Reisende. Es stehen den bis heute etwa 500 Millionen verabreichten Impfdosen weltweit etwa 20 Todesfälle gegenüber. In Relation zum zuverlässigen Gelbfieberschutz, den die Impfung bietet, wird dieses Risiko als sehr gering bewertet.
Menschen, die älter als 60 Jahre sind, sollen nur bei zwingender Notwendigkeit gegen Gelbfieber geimpft werden,
Der Impfstoff ist gemäß Hersteller nicht für Säuglinge unter 6 Monaten geeignet. An Schwangere sollte der Impfstoff nur nach strenger Risiko-Nutzen-Abwägung verabreicht werden. Nicht geimpft werden sollten abwehrgeschwächte Personen (beispielsweise mit einer HIV-Infektion oder mit einer immunsuppressiven Therapie z.B. durch hochdosiertes Kortison) sowie Menschen nach Operation an der Thymusdrüse.Fieberhafte Erkrankungen oder kurze Zeit zurückliegende Behandlungen ernsthafter Erkrankungen ( z. B. Chemotherapie) stehen gegen eine Gelbfieberimpfung. Die sehr seltene Hühnereiweißallergie stellt einen Ausschlussgrund dar, allerdings hatte auf einer Fachtagung für Gelbfieberimpfstellenleiter kein anwesender Arzt je eine allergische Komplikation gesehen. Bei zurückliegender Verabreichung von Immunglobulinen ( = passive Immunisierung ) muss ein Abstand von mindestens 3 Monaten zur Gelbfieberimpfung eingehalten werden. Andere Lebendimpfstoffe (Mumps, Masern, Röteln, Windpocken) sollten entweder gleichzeitig mit der Gelbfieberimpfung oder im Abstand von 4 Wochen davor oder danach verabreicht werden. Für die Dauer von 4 Wochen nach der Gelbfieberimpfung darf man kein Blut spenden, um das Impfvirus nicht an den Transfusionsempfänger weiterzugeben.
Verhalten nach der Impfung
Nach der Impfung sollte für 10 Tage auf den Genuß von Alkohol verzichtet werden, ebenso wird von intensiven Sonnenbädern, Sauna, Whirlpool und anstrengender sportlicher Betätigung abgeraten.